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EMDR – Desensibilisierung und Neubearbeitung mit Augenbewegungen

Anwendung bei posttraumatischen Belastungsstörungen

Mit Hilfe der EMDR Technik werden alte traumatische Erlebnisse meist schnell und dauerhaft gelöst. Durch bilaterale Augenbewegung werden die einzelnen abgelegten Erinnerungsfetzen zusammengefügt und als gelöstes Bild im Gehirn abgelegt. Die Informationsverarbeitung, die in der ursprünglichen Stresssituation durch Angst, Schock, etc. blockiert war, kann durch die neuronale Neu-Verknüpfung lösungsorientiert durchgearbeitet und abgespeichert werden.

 

Ein Trauma kann eine scheinbar unbedeutende Situation, bis hin zu einem gravierenden Ereignis sein, bei dem man völlig überfordert ist. Während eines solchen Erlebnisses ist man erstarrt, kann nicht reagieren, fühlt sich überwältigt und hilflos. Es gibt in diesem Moment keine „biologische“ Lösung des Konflikts. Man kann nicht wegrennen, nicht angreifen, man fühlt sich wie eingefroren. Die negativen Emotionen werden in der Erinnerung bruchstückhaft abgelegt und können durch spätere ähnliche Situationen wieder ausgelöst werden.

Sogenannte Trigger, Déjà-vus, Gerüche, Farben, Personen u.a., können an das unbewusste Ereignis erinnern – egal wie lange es her ist, es fühlt sich an wie in der ursprünglichen Situation. Zeit ist nicht relevant für Emotionen. Wir fühlen uns schwach, entscheidungsunfähig und der Situation hilflos ausgeliefert, so wie damals.

In unserer Kindheit waren wir alle sehr empfindsam, offen und ungeschützt und erlebten solche intensive Situationen. Wir verstanden nicht die Gesamtsituation und fühlten uns verängstigt, hatten Bilder, Gefühle, die wir nie vergessen konnten.
Wir fühlen uns ärgerlich, traurig, ängstlich oder einfach nur sehr unwohl und sind dadurch in alltäglichen Situationen blockiert oder reagieren der Situation unangemessen und verstehen nicht warum.

Diese Gefühle behindern uns noch heute und veranlassen uns zu Reaktionsweisen, die sich negativ auswirken. Wir können das aber nicht über den Verstand (die linke Gehirnhälfte) steuern und kontrollieren, da die Verknüpfung zur Gefühlsseite (rechte Gehirnhälfte) unterbrochen ist. Hier setzt EMDR an.

EMDR wurde in den 80iger Jahren von der klinischen Psychologin Dr. Francine Shapiro in Kalifornien entwickelt und wird seit Mitte der 90er Jahre erfolgreich in der Trauma-Therapie eingesetzt. In der Behandlung bei posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) ist diese Methode weltweit anerkannt.